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33. Brief                                  30.4.09

 

Hallo Mama,

ich träume immer noch vom Wurftreffen in Wien - war ein echt schöner Tag.  Wieder zu Hause hab ich dann mein eigenes Wurftreffen veranstaltet - mit meinem Schleuderball ! Ich habe nämlich herausgefunden, dass man sich mit ihm nicht nur selbst k.o. schlagen kann - man kann auch tolle Effekte erzielen, wenn man ihn beim Herumschleudern unvermittelt loslässt. Ich habe für mein Wurftreffen das Glasregal mit dem Eso-Schnickschnack angepeilt. Und ich kann dir stolz berichten :  Ein Wurf - fünf Treffer ! Ein schönes Ergebnis - oder ?

Gott sei Dank ist jetzt endlich wieder Frühling, und die Terrassentür ist wieder offen. Ich halte mich jetzt fast den ganzen Tag im Garten auf - schlechte Zeiten für das Eichhörnchen ! Jetzt wird auch bald Flo(h)rentine Greiß in die Freiheit entlassen - sie ist schon im Außenkäfig. Flo(h)rentine ist übrigens doch ein Igel und kein Kakadu ! Ich hab mal genauer hingehört. Das alte Mädchen sagt beim Ausmisten nicht : ” Na - du kleiner Kakadu ! “  - Sie sagt : ” Na - du kleiner Kacker - du ! “ Sorry - war ein Hörfehler.

Tja Mama - seit April vor zwei Jahren lebe ich jetzt schon bei den Mädels. Und zwei Jahre Mädels bedeuten zwei Jahre SHOPPEN !  Ich darf zwar nicht so oft mit - aber wenn ich mal dabei bin, ist immer was los ! Ich werde dir heute mal ein paar Episoden aus meinem Shopping-Leben erzählen.

Ich war noch ein ganz kleiner Welpe, als mich die Mädels zum ersten mal mit in die Stadt nahmen. Sie gingen vorher noch mal mit mir auf die Wiese : ” Mach schnell ein Häufchen ! “     -     “ Ich muss nicht - ehrlich ! “ -  Aber dann - mitten in der Fußgängerzone : “ Ich muss doch ! JETZT ! ” Unter den aufmerksamen, umweltbewussten Blicken vieler Passanten haben sich die Mädels redlich bemüht, alles vom Boden abzukratzen und in einen Plastikbeutel zu packen. Leider war das mit dem Packen nicht so leicht - die Konsistenz war nicht so griffig ! Also MIR war das gar nicht peinlich. Shit happens ! So what ! Danach bin ich längere Zeit nicht mehr in die Stadt mitgenommen worden.

Dann haben mich die Mädels, mit frisch geschöpftem Mut, doch wieder mal mitgenommen - zum Optiker. Optiker - wie laaaaangweilig ! Meine Langeweile hab ich mit singen kundgetan. Zuerst hab ich leise gesungen - ganz leise - zur Warnung. Das haben sie nicht ernst genommen - also bin ich lauter geworden - immer lauter. Da wurden dann endlich alle im Laden auf mich aufmerksam - das war lustig - also hab ich mich gesteigert. Diese Geschichte ereignete sich zu der Zeit, als die Mädels noch glaubten, sie könnten unerwünschtes Verhalten eines Hundes mit ignorieren stoppen. Ignorieren half aber nichts - das hab ich locker übertönt ! Das alte Mädchen hat dann schließlich mit mir den Laden verlassen. Sie war stocksauer, weil sie jetzt dem jungen Mädchen doch nicht die Brille aufzwingen konnte, die sie chic fand. Das junge Mädchen wiederum war glücklich, weil sie jetzt nicht die Brille kaufen musste, die sie hässlich fand.

Schon kurz darauf durfte ich die beiden in einen Handy-Laden begleiten. Weil ich während der Beratung Quatsch gemacht habe, wurde ich mit “Platz !” in eine Ecke des Ladens verbannt. “Platz” kannte ich da schon - aber mehr theoretisch. Praktisch fand ich es aber viel lustiger auf dem Teppich herum zu kugeln und fröhlich vor mich hin zu singen. Die anderen Kunden standen bald um mich herum, fanden mich sehr lustig und streichelten mich . Also bin ich zur Höchstform aufgelaufen. Das fanden die Mädels nicht so lustig, weil sie den Erläuterungen der Beraterin nicht mehr folgen konnten. Wir haben dann auch diesen Laden wieder vorzeitig verlassen. Das junge Mädchen war sauer, weil sie jetzt kein neues Handy hatte. Das alte Mädchen war sauer, weil ich peinlich gewesen war. Und ich war sauer, weil die Mädels sauer auf mich waren , obwohl ALLE anderen gesagt hatten, ich sei süß !

Nach einer längeren Pause wollten die Mädels Kerzenständer kaufen und gingen deshalb logischerweise in einen Kaffee-Laden. Ich durfte mit - aber nicht mit in den Laden, deshalb wartete das junge Mädchen  mit mir vor der Tür . Da stürmte plötzlich eine ältere Dame freudestrahlend auf uns zu - und dann entwickelte sich ein spannender Dialog :” Oh - ein Gordon Setter - wie schön !“  -  “ Das ist kein Gordon Setter - das ist ein Flatcoated Retriever !”   -   “ Das ist ja wohl ein Witz  - ich weiß doch, wie ein Gordon Setter aussieht !”   -   “ Anscheinend nicht, denn das hier ist ein Flatcoated Retriever !”  -  “ Also junge Frau - jetzt hören Sie mal - ich hatte selbst mal einen Gordon Setter, und der sah genau so aus !”   -   “ Dann hatten Sie wahrscheinlich einen Flatcoated Retriever - denn das hier ist einer !”   Die Dame geriet in Rage ! Ich hab mich furchtbar angestrengt, zu gucken wie ein Flatcoated Retriever ! Half aber alles nichts  - am Ende war ich mir dann selbst nicht mehr so sicher , ob ich nicht vielleicht doch ein Gordon Retriever oder ein Flatcoated Setter ...................... ? Also wenn ICH das junge Mädchen gewesen wäre, dann hätte ich einfach gesagt : “ Das ist ein Flatcoated Retriever ! Ich schwöre beim Klappar Tiger dieses Flatcoated Retrievers !”   Diese Dame hatte wirklich großes Glück, dass das junge Mädchen gute Manieren hat -  ein anderer Flat-Besitzer hätte ihr wahrscheinlich einen Gordon Setter auf die Zwölf gegeben !

In die Nachbarstadt Erlangen bin ich nur einmal mitgenommen worden. Um vom Parkplatz in die Innenstadt zu kommen, muss man durch eine Bahn-Unterführung - damit hatte ich kein Problem. Aber am Ende standen wir vor einer unheimlich hohen Treppe - und ich habe kurzfristig beschlossen : Heute ist kein Tag zum Treppensteigen ! Ich hab mich ohne Vorwarnung aufgebäumt wie ein Wildpferd, habe mich gewaltsam von meinem Geschirr befreit und einen großen Sicherheitsabstand zu der Treppe hergestellt. Als ich wieder eingefangen war, standen wir ratlos zum zweiten Mal vor dieser Treppe. Das heißt - ratlos waren wir eigentlich nicht, denn das alte Mädchen bekam von jedem der Hunde-Experten, die sich schnell um uns versammelt hatten, einen Rat :  “Zwingen Sie sie !”  -  “Zwingen Sie sie nicht !”  -  “Locken Sie sie ganz lieb !”   -   “Sie müssen sich durchsetzen !”   -   “Sie sind nicht autoritär genug !”  -  “Sie sind zu autoritär !”  Der beste Rat kam von einem Mann, der sie auf die treppenlose Rollstuhl-Rampe gleich nebenan aufmerksam machte.   -   Nach der Einkaufstour saßen wir dann noch ein bisschen am menschenleeren Bahnhof rum - genau neben den Gleisen - sie wollte mich mit Zug-Geräuschen vertraut machen. Eine halbe Stunde lungerten wir da rum und warteten auf Geräusche. Dann ist ihr endlich eingefallen, dass an diesem Tag gestreikt wurde ! Damit waren wir quitt !

Ein ähnliches Schauspiel habe ich bei der Eröffnung eines neuen Metzger-Ladens geboten. Das alte Mädchen wollte da rein - aber mich vor dem Laden allein zu lassen, kam nicht in Frage - ich könnte ja gestohlen werden. Da kam zufällig ein netter Nachbar vorbei und bot sich spontan an, mich so lange zu halten. Ich hatte mein Geschirr an !!! Das alte Mädchen hat noch darauf hingewiesen, dass ich mich da eventuell rauswinden könnte und ist dann im Laden verschwunden. Ich hab zur Warnung erstmal gesungen - und dann hab ich mich aus dem Geschirr gewunden ! Der nette Nachbar hat sich wirklich sehr bemüht, mich davon abzuhalten - wegen der Verantwortung und so - aber er hatte nicht den Hauch einer Chance gegen mich. Wegen des großen Andrangs stand die Tür offen - also konnte ich ungehindert in den Laden sausen, um das alte Mädchen zu suchen. Die hatte mich aber schon kommen sehen und hat nach mir gegriffen . Sie konnte mich aber nicht festhalten, weil ich ja kein Geschirr mehr anhatte. Außerdem war ich viel schneller als sie, weil die vielen Kunden extra für mich eine Gasse gebildet haben , damit ich besser durchkomme. Ich habe mich dann kurz vor den Verkäuferinnen fangen lassen, weil es für das alte Mädchen zu anstrengend wurde - sie war schon ganz rot im Gesicht ! Der nette Nachbar fand das alles lustig - erst kürzlich hat er sie wieder gefragt :” Weißt du noch - damals - als Zoe........?”      Oh ja - sie weiß es noch !

Diese Geschichten sind schon ein Weilchen her - heute passiert so etwas natürlich nicht mehr. Es passiert höchstens mal, dass ich im Baumarkt an der Kasse blitzschnell hochspringe und das Rückgeld vom Kassentisch klaue - nur um die Kassiererin zu erschrecken . Oder dass ich in einer etwas  feineren Boutique plötzlich ganz arg würgen muss. Würgen kommt gar nicht gut in einer etwas feineren Boutique ! Die Mädels müssen dann schnell mit mir rausrennen - was ihnen sehr peinlich ist, weil man ja vielleicht annehmen könnte, sie hätten etwas geklaut und machten sich schnell vom Acker. Bin ich froh, dass mir gar nichts peinlich ist - das muss ja ungeheuer belastend sein, sich ständig zu schämen !

Apropos klauen - zu Hause klaue ich fast gar nichts mehr - ehrlich ! Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich mir von den Mädels mein letztes Küchenverbot einfing. Über den Grund möchte ich nicht reden und auch nicht schreiben - Pasta und Ente! Ach nee - das war jetzt eine Freudsche Fehlleistung - ich meine natürlich : Basta und Ende ! Nur soviel - ich habe mir die Zunge verbrannt ! Über dieses Küchenverbot war ich schon sehr heftig erschrocken . Es war nämlich ein Küchenverbot für immer - für alle Zeiten - in guten und in schlechten Tagen - lebenslänglich und für ewig - und ewig währt bekanntlich am längsten ! Gott sei Dank hat es nur gegolten, wenn die Mädels in der Nähe waren - aber das wussten sie nicht !

Sie haben sich aber auch wirklich große Mühe gegeben, mir das Klauen abzugewöhnen. Einmal haben sie mir als Köder eine halbe Bio-Zitrone hingelegt. Ich hab dann einfach so getan, als ob ich nur etwas zum Spielen gesucht hätte. Die saueren Johannisbeeren hab ich tapfer geschluckt - aber ich hab den Mädels dabei einen Blick zugeworfen, den sie in ihrem ganzen Leben nicht vergessen werden !

Ich reiße ihnen auch nichts mehr aus der Hand - ehrlich ! Sie brauchen ihren Zoe-Abwehr-Reflex längst nicht mehr. Der Zoe-Abwehr-Reflex geht so : Rechte Hand mit dem Objekt meiner Begierde blitzschnell nach oben - linke Hand gleichzeitig energisch in meine Richtung nach unten. Wenn sie dabei auch noch vor Wut mit dem Fuß aufstampfen, kann das recht elegant aussehen - fast wie Flamenco !

Buenas noches

deine Zoe

 

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       Es ist endlich Frühling - ich kann am Tag wieder im Garten schlafen............

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............und nachts mit Klappar Tiger draußen spielen !

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       Flo(h)rentine wird bald in die Freiheit entlassen.

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                   Sie kann es kaum erwarten !

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       Ich hab früher wirklich alles geklaut   -   Brot............

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                                           ............. Nudeln............

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                           ...............Cola.............

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                       ..............einfach alles !

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                             KOROTTO  ?????

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                                       OCH ?????

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                   WOLCHO   KOROTTO ?????

34. Brief                                  6.6.09

An Halbbruder Georgie

 

Hi Georgie,

na - bist du jetzt schon ein fertiger Therapie-Hund ? Hat SIE die Nerven wiedergefunden, die SIE weggeschmissen hatte ? Mein altes Mädchen hat im Moment auch keine Nerven - aber nicht, weil sie sie einfach so weggeschmissen hätte - sie verliert sie nur ständig irgendwo. Vielleicht werde ich auch ein Therapie-Hund - dann kann ich ihr suchen helfen.

Ich habe jetzt endlich meine erste Prüfung hinter mir. Das heißt - es war eigentlich mehr ein Test. Die Mädels haben mein Wesen testen lassen. Eigentlich kennen sie mein Wesen sehr gut - deshalb waren sie auch etwas nervös - aber sie wollten sich nicht nachsagen lassen, sie wären feige.

Es hat schon mal gut angefangen -  9 Retriever sind angetreten , und ich war die Nummer 8. Das bin ich nicht gewohnt - ich bin sonst die Nummer 1 ! Als ich endlich mal an der Reihe war, war meine Geduld schon erschöpft, und ich hab laut gesungen , dass ich jetzt endlich mein Wesen testen lassen will ! Der Richter hat mich noch gar nicht sehen können -  trotzdem hat er richtig geraten : “ Oh - ein Flat !” Dieser Richter war überhaupt ein Knaller - er ist ein echter Comedian und mindestens so lustig wie C.v.M. und hunderttausendmal so lustig wie M.B. ! Er hat den Mädels zuerst viele Fragen gestellt : “ Welche Personen leben im Haushalt ?”  - Naja - wir drei Mädels halt.   Darauf kam sofort die Frage :” Was soll aus der Hündin werden ? Ein Heidschi-Bum-Beidschi-Schmuse-Hund , oder wird mit ihr gearbeitet ?”  -  Hallo ? HALLO ? Ich und ein H-B-B-S-Hund ? Na - wir halten ihm mal zugute, dass er diese Frage VOR dem Test gestellt hat - und wir hoffen doch mal, dass er sie nicht nur den Mädels gestellt hat ! Und ob mit mir gearbeitet wird ! Ich bin schon richtig gut, aber das zeigen wir noch keinem - das soll eine Überraschung werden ! Dann kam die Frage, ob das alte Mädchen autoritär mit mir sei.  - Ja - ist sie, für diesen Tag hatte sie aber extra ein Blüschen angezogen, damit sie etwas lieblicher rüberkommt. Sonst trägt sie ja meistens diese autoritäre grüne Jäger-Weste -  da hätte sich diese Frage erübrigt. Nächste Frage :” Hat die Hündin schon eine Prüfung abgelegt ? Nein ? Mit 27 Monaten ?”  -  Schluck !!!  Dann hat er das alte Mädchen dreimal gefragt, ob ich auch wirklich ihr Hund sei. Sie hat schließlich etwas ratlos die Hand zum Schwur erhoben - das hat er aber nicht gelten lassen. Er hat verlangt, sie soll als Beweis meine Chip-Nummer auswendig aufsagen. Sie hatte schon den Verdacht, dass das eine Schikane wäre, weil ich ein Ösi bin - war aber nur ein Scherz !       “ Hatte die Hündin jemals ein Erlebnis, das einen nachhaltigen Eindruck bei ihr hinterlassen hat ? “   -   Das alte Mädchen hat erzählt, dass ich als Junghund mal von einem anderen Hundebesitzer einen Tritt bekommen habe, dass ich zwei Meter weit geflogen bin. Das habe aber keinen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen. Sie hat aber einfach verschwiegen, dass sie und ihre Freundin bei diesem Hundebesitzer einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben !      “ Zeigt die Hündin unerklärliche Verhaltensweisen ?”   -   “ Naja - sie zeigt viele - äh - Verhaltensweisen - aber die sind alle erklärlich. “     Danke Mädels !

Dann gings endlich los - wir durften auf den Hunde-Platz. Auf meinem Zeugnis steht dazu  “ Hund stürmt los “.  Wahrheitsgemäß hätte da aber stehen müssen “ Hund stürmt los - auf den Platz - vom Platz wieder runter - in die Kneipe “ ! Als ich da wieder rausgeholt worden bin, gings aber wirklich los. Zuerst hat der Richter die Unterordnungsbereitschaft der Mädels getestet. Er hat sie erst voran geschickt und sie dann nach links oder nach rechts eingewiesen. Damit die Zuschauer etwas zum Lachen hatten, hat er sie immer schneller hin und her geschickt - immer schneller - immer hin und herer. Die Mädels haben das gut gemeistert. Man muss eben nur dominant auftreten - dann klappts auch mit den Mädels - gell ? Ich bin mehr oder weniger hinterhergedackelt - war ja sonst nichts los.

Dann kamen viele Menschen und haben eine Fußgängerzone gespielt - da mussten wir durchlaufen. Die Menschen haben uns dann plötzlich so eng eingekesselt, dass es fast schon bedrückend war. Mir war das aber egal - bis sich meine claustrophobischen Mädels aus dem Kreis herausgeschlichen haben. Als ich gemerkt habe, dass ich ganz allein hier sitze, war mir das zwar auch egal, trotzdem habe ich bis dreieinhalb gezählt und bin an der schwächsten Stelle mit den dünnsten Beinen einfach duchgebrochen. Das alte Mädchen hat gesagt, sie hätte auch nichts anderes von mir erwartet.

Danach durfte ich erst mit den Mädels , dann mit einer fremden Frau, und dann mit einem fremden Mann spielen. Wer spannender mit mir gespielt hat, schreibe ich nicht, sonst sind die Mädels beleidigt. Ich habe noch einen Tennisball apportieren müssen, was ich zu Erleichterung der Mädels auch getan habe - Tennisbälle zerlege ich eigentlich ansonsten immer. Apropos zerlegen - der Lappen, um den ich mich mit dem Richter streiten musste, wär dabei bald hops gegangen. Da kann ich aber nichts dafür - erstens hat der Richter einfach nicht losgelassen - und zweitens war das eh ein regelrechter Jammerlappen ( der Lappen - nicht der Richter !). Dazu steht in meinem Zeugnis - “Hund packt kräftig zu und verbeißt sich - aber ohne Aggression”. Dann wurde ich umgelegt und vom Richter ein bisschen geschüttelt. Dazu steht im Zeugnis - “spielerisch widerstrebend”. Stimmt !

Dann hat sich eine Schützin mit Pistole am anderen Ende des Platzes positioniert. Die Mädels hätten sich mit mir zusammen dorthin bewegen müssen, während dreimal geschossen wird. Aber gleich nach dem ersten Schuss hat der Richter die Mädels gestoppt. Ich bin nämlich ganz von alleine losgeschossen, weil ich dachte : Jipheee - ein Schuss - die Karin - ein Dummy - jipheee ! Die Schützin hat sich furchtbar beeilen müssen mit schießen, sonst hätte ich sie noch vor dem dritten Schuss umgerannt !

Wir sind dann zur nächsten Station gewandert, wo so Sachen waren, vor denen sich Hunde erschrecken sollen - so Flatterbänder und eine Rascheldecke und so. Der Richter hat fürsorglich zu den Mädels gesagt, dass sie mich gern durch den ganzen Horror begleiten können ! Pfffffffff !!! Als nächstes hat er uns ein Symphonie-Orchester angekündigt. Das war der Horror-Test für die Mädels  - die gruseln sich vor so was. Das Orchester bestand aus zwei Flatbesitzern - sie spielten ein Stück für zwei Topfdeckel, eine Hupe und einen Regenschirm - hat mich jetzt nicht so umgehauen ! Aber das ganze Orchester hat mich nett angelächelt - war also in Ordnung.

Ganz zum Schluss ist ein riesiger Elefant aus einem Versteck gesprungen, um mich zu erschrecken. Ich bin zuerst mal gar nicht nicht erschrocken, weil er so große, sanfte Augen hatte. Aber dann hat er mich hüpfend bedroht und mich dabei ständig fixiert ! Da bin ich dann auch gehüpft und hab ein bisschen zurück gedroht - mit Jodel-Knurrern. Diese Jodel-Knurrer kennen bestimmt auch andere Flatbesitzer . Wenn ich eigentlich angreifen möchte, das aber nicht kann, weil ein Retriever so was nicht im Programm hat - dann mach ich als Übersprungshandlung so eine Mischung aus knurren und jodeln - ist schwer zu beschreiben. Der Elefant  hat sich dann tot gestellt - sein Glück.

Ja - das wars auch schon. Der Richter hat abschließend noch gesagt, dass er zu seiner Freude feststellen muss, dass die Flats in letzter Zeit nicht mehr so hibbelig sind. Das habe ich, zusammen mit der zweiten Flat-Hündin in diesem Test, direkt persönlich genommen. Hier kommt jetzt meine Wesensbeurteilung:

Die 27 Monate alte Flat-Hündin ist sehr temperamentvoll und bewegungsfreudig. Sie ist ausdauernd im verfolgen von Zielen. Das Spielverhalten ist gut sichtbar geworden. Stark ausgeprägt ist ihr Beuteverhalten. Sie zeigte eine gute Unterordnungs- und Kooperationsbereitschaft. Im Umgang mit Fremdpersonen absolut freundlich, sicher und zutraulich. Bei der Seitenlage sicher und unbeeindruckt, ebenso im optischen und akustischen Bereich. Die Hündin ist schussfest.

Die Ares-Elke hat meine Beurteilung laut vorgelesen - und ich bekam dafür als einzige standing ovations von den Zuschauern !  Na gut - die Mädels sagten, das haben alle Hunde bekommen - aber das habe ich nicht mitgekriegt. Na gut - sie sagten auch, dass die ovations nur standing waren, weil es so heiß war, und die Leute mal aufstehen mussten, um nicht an den Bänken festzukleben. Sie waren aber schon stolz auf mich.

Es konnten am Ende alle Besitzer stolz auf ihre Hunde sein - es wurden zum Teil grandiose Leistungen geboten. Die zweite, sehr elegante Flat-Hündin hat ebenso elegant den Test gemeistert. Ein Golden hat nach dem Schuss einen Dummy, der gar nicht da war (!), aus der Luft gefangen. Golden-Hündin Nelly hat sogar die Orchester-Hupe geklaut und ist damit abgehauen. Eine Labbi-Hündin war am Anfang etwas schüchtern. Die Mädels haben direkt mitgefiebert - sie wird doch nicht ....?  Nein - ist sie nicht ! Der Richter hat ihr nur gezeigt, dass der Regenschirm ein Regenschirm ist. Ach so ! Da hat sie ihn dann sogar frech rumgetragen - und das hat sich vorher von uns anderen keiner getraut ! Außerdem war die sowas von zuckersüß und hübsch - dass sie es gar nicht nötig hat, auch noch so ein Haudegen zu sein wie ich.

Der Richter hat zwischendurch immer wieder mal allgemeingültige Ratschläge von sich gegeben - wie zum Beispiel : Wenn man einen Heuballen nicht streichelt und nicht “ guter Heuballen - braver Heuballen “ zu ihm sagt, dann bleibt der Heuballen für den Hund ein Heuballen !  -  Oder einfacher ausgedrückt :  Häh ? Die Mädels haben das aber schon verstanden. Sie haben sich gefreut, dass sie das bis jetzt instinktiv richtig gemacht haben - sie haben wirklich noch nie einen Heuballen gestreichelt ! Ein anderer Ratschlag war : Man soll  mit Leckerchen für den Hund nicht so um sich schmeißen, wie mit “Kamelle !!! Kamelle !!!” beim Kölner Karneval ! Das alte Mädchen hat sich gar nicht mehr eingekriegt vor lachen - dabei hätte sie sich eher selbstkritisch schämen sollen !

Ach Georgie - das war ein richtig cooler Tag. Noch cooler wäre er gewesen, wenn es nicht so furchtbar heiß gewesen wäre ! Aber wir Flats sind ja hart im Nehmen.

Wenn du sie nicht schon hinter dir hast, wünsch ich dir viel Glück für deine letzte Prüfung zum Therapie-Hund !

Deine halbe Schwester Zoe

 

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Das ist Golden-Hündin Nelly beim Spielen mit einem fremden Mann. Nellys Herrchen hat netterweise die Fotos von meinem Wesenstest geknipst. Vielen Dank nochmal - und liebe Grüße nach Stuttgart !

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Und das ist Nelly, als sie gerade mit der Hupe abhaut - sie hat den Wesenstest trotz dieses Überraschungscoups bestanden. Glückwunsch !

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                                                         Voran !

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                                             Die Fußgängerzone.

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Hier streite ich mich mit dem Richter um den Jammerlappen.

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Die Kreisprobe - hier sitze ich noch ganz allein im Kreis.

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               Kurz nach meinem Durchbruch - alle freuen sich mit mir !

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                   Hier spielt das Symphonie-Orchester - nur für mich !

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Wir kommen zu dem Elefanten - er ist gerade aus seinem Versteck gesprungen.

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                             Er hat mich ständig aggressiv fixiert !

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                       Jetzt reichts aber - ich fange jetzt an zu jodeln !

35. Brief                                    26.8.09

An Bruder Finn

 

Hi Champion,

ich hab mich tierisch über deinen Eintrag in mein Gästebuch gefreut - schön, dass es dir jetzt endlich so richtig gut geht. Du schreibst, du warst auf einer Ausstellung und hast da ein V1 und ein CACA bekommen . Das ist ja toll ! Aber was genau ist das ? Ein V1 - naja eine 1 ist ja immer gut, gell ? Aber was um Himmels Willen ist ein CACA ? Nimms mir mal nicht übel - aber das hört sich fast so an wie......! Seid ihr etwa nach euren Häufchen beurteilt worden ? Auch dafür hättest du selbstverständlich meine größte Hochachtung . Aber das kann ich mir doch nicht so recht vorstellen, weil meine Mädels bei diesem Wort so glänzende Äuglein bekommen haben. CACA muss also tatsächlich etwas ganz Tolles sein . Dein Langer hat wirklich allen Grund, stolz auf dich zu sein . Glückwunsch !

Aber nicht nur du hast etwas Tolles erreicht - auch ich habe etwas Großartiges geleistet. Ich habe es zwar schon am 13. Juni geleistet, aber es gilt immer noch, weil es was für die Ewigkeit ist. Ich habe dafür sogar eine Urkunde bekommen. Hier ist sie :

 

 

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Ich musste sie etwas größer abbilden, damit du sie auch gut lesen kannst. Ach - und in aller Bescheidenheit möchte ich noch anfügen, dass es 77 von 80 erreichbaren Punkten sind ! Diese Urkunde wurde mir während der Siegerehrung in einem Lokal überreicht. Mein altes Mädchen war so stolz auf mich ! Sie hat gesagt, sie hätte sich bei der Übergabe wie bei einer Oscar-Verleihung gefühlt. Prompt habe ich in der nächsten Nacht geträumt, ich würde eine dieser Oscar-Dankesreden halten . Und hier ist meine Rede :

 

Liebe Retrieverinnen, liebe Retriever, liebe Menschen,

mit Freude, Stolz, Dankbarkeit, einer Urkunde, einem Hundeknochen, drei Beuteln Leckerchen, fünf Tüten Gummibärchen und einem Maoam Cola Stripe stehe ich hier vor euch und bin zutiefst gerührt ! Gerührt, dass ausgerechnet mir dieser Preis in Form einer Urkunde verliehen wurde. Es ist ein Preis, den wohl jeder Hund gerne einmal im Leben in Pfoten halten würde. Es ist ein Preis, der nur den Besten der Besten - der Elite eben - verliehen wird. Ich bin überwältigt, und mir fehlen die Worte ! - Ach ne - jetzt fallen mir doch zufällig ein paar Worte ein :

Zuerst möchte ich mich bei meinen Eltern für meine guten Gene bedanken. Leider können beide heute nicht dabei sein. Meine Mama Rosie liegt unter Umständen gerade in den Wehen - sie hat sich doch tatsächlich noch einmal mit dem untreuen Blue eingelassen ! Und Papa Blue ist wahrscheinlich gerade mal wieder hinter irgendeiner Bitch her !

Danke auch an meine Ziehmutter, die meine Eltern verkuppelt hat. Ohne sie hätten sich die beiden ja nie kennengelernt , und mich würde es dann gar nicht geben.

Danke an mein altes Mädchen, dass sie heute mit mir angetreten ist, obwohl sie nach nur zwei Stunden unruhigem Schlaf todmüde sein muss. Und obwohl ich sie noch zwanzig Minuten vor unserem Auftritt, vor dem Hundeplatz kreuz und quer durch die Gegend geschleift habe - immer den Kaninchenspuren nach ! Da muss ihr doch endgültig das Herz in die Jeans gerutscht sein !

Danke an das junge Mädchen, weil sie dem alten Mädchen Mut machte :” Das schafft ihr schon, Mama!” Obwohl sie sich sicher war, dass wir es NICHT schaffen würden.

Danke an unsere Trainerin. Karin - du kannst jetzt die drei Kreuze machen, die du machen wolltest, wenn wir durch diese Prüfung gekommen sind !

Danke an unser Alpha-Mädchen Renate Koch. Als ihr das alte Mädchen vorjammerte :” Ich glaube Zoe ist noch nicht so weit ! Ich glaube, sie ist noch zu wild ! Ich glaube, ich verschiebe die BHP bis zum Herbst !”, unterbrach sie sie mit den dominanten Worten :” DU KOMMST !”

Danke an Sonderleiterin Daniela Vonjo, die all die aufgeregten Fragen des alten Mädchens so geduldig beantwortete, und die selbst dann noch freundlich blieb, als sie von ihr sogar während einer Familienfeier gestört wurde. Danke Daniela, dass du ihre Nervosität “süß” gefunden hast - alle anderen finden sie einfach nur nervig ! Sehr hilfreich war auch, dass du ihr die vorzeitige Herausgabe der Urkunde nach Teil A der Prüfung beharrlich verweigert hast - bis sie endlich aufgab :” Na gut, dann mache ich halt auch noch Teil B !”. Du hast eben erkannt, dass man sie manchmal zu ihrem Glück zwingen muss. Ach apropos Glück - sie hat dir doch gerade eben eine Geschichte von Alice erzählt - oder ? Und - wie weit ist sie gekommen ? Sie erzählt nämlich immer so ausschweifend, dass sie oft die Pointe vergisst . Ich glaube, sie war bei der Geschichte nur bis zu dem Punkt gekommen, wo sie mit Alice auf der CACIB Stuttgart glücklich vor dem Ausstellungsring saß - glücklich, weil Alice hier kurz zuvor in der offenen Klasse ein V1 bekommen hatte . Und so geht die Geschichte weiter : Plötzlich dringt eine Stimme zu ihr durch :” Hallo ? Nr. 674 ist aufgerufen ! Das sind doch Sie - oder ?”  Das alte Mädchen :” Wir waren doch schon dran !” In ihrem grenzenlosen Pessimismus hatte sie gar nicht damit gerechnet, dass sie gewinnen könnten, und deshalb jetzt zur BOS-Wahl ein zweites Mal  im Ring antreten müssten. Das Blöde war nur, dass sie gerade zwei Butterhörnchen verspeist hatte - und nicht nur sich selbst, sondern auch Alice, die ihr zu Füßen lag, vollgebröselt hatte. Hektik brach aus ! Sie schafften es zwar noch rechtzeitig  in den Ring - aber leider nicht mehr bis zum BOS . Ob es an den Restbröseln lag - ich weiß es nicht. Aber ich weiß genau, dass sie diese Geschichte vor der Ziehmutter geheim gehalten hat.

Mein besonderer Dank gilt unserem Richter Peter Hilbert, der bei seiner allgemeinen Begrüßungsrede mit den Worten :” Keine Angst Leute - bin doch nur ich !”, den Blutdruck des alten Mädchens von 250000 auf moderate 200 gesenkt hat. Danke Peter, dass du ihr den Ablauf der Prüfung so geduldig erklärt hast, obwohl du an ihrem glasigen Blick erkennen konntest, dass sie dir vor Aufregung gar nicht folgen konnte. Danke, dass du sie am Start aus ihrer Angststarre geholt hast :” Los jetzt ! Lauf !” Danke, dass du ihr zwischendurch mal Mut gemacht hast :” Du hast einen tollen Hund !” Am hilfreichsten war aber der Ratschlag, den du ihr nach der Leinenführigkeit und vor der Freifolge mit auf den Weg gegeben hast, als du immer noch die Panik in ihren Augen gesehen hast :” Ach - weißt du was ? Lauf einfach deinem Hund nach !” Okay - du hast dabei ziemlich resigniert geklungen - und es war auch ein riskanter Ratschlag, weil du mich vorher noch nie gesehen hattest. Aber so hast du mir die Chance gegeben, das Ding mehr oder weniger allein durchzuziehen. Danke !

Ich danke dir auch dafür, dass du den Teil B der Prüfung so kurzweilig gestaltet hast. Und dass du diesen erleuchteten Meister für uns eingeladen hast, der mit seinem halben Würstchen dem alten Mädchen geholfen hat, endlich zu ihrer inneren Mitte zu finden ! Ups - das sollte jetzt nicht zweideutig klingen ! Oooommm ! Ich habe aber auch viel von ihm lernen können. Ich weiß jetzt, dass man einem Erleuchteten nicht so einfach ein Würstchen aus der Hand reißen kann, weil der so erleuchtet ist, dass es das schon vorher ahnt und deshalb schneller ist als ich. Außerdem muss man in seiner Anwesenheit brav im Platz bleiben, auch wenn sich das alte Mädchen mit einem Würstchen in der Hand dermaßen zum Affen macht, dass sie von den ganzen Kreisprobe-Menschen ausgelacht wird. Wahrscheinlich haben die so gelacht, weil ihnen das alte Mädchen im Gegensatz zum Erleuchteten ziemlich unterbelichtet vorkam. Herzlichen Dank auch, dass du das alte Mädchen mit den Worten :” Das ist ein Hunde-Eis ! Das ist eigentlich ein Hunde-Eis !” so lange genervt hast, bis sie mir ihr ganzes Vanille-Eis überließ. An dieser Stelle muss ich mich aber für sie entschuldigen . Sie hätte nicht zu dir sagen dürfen :” Na - endlich zufrieden jetzt ? Ja ?”  So spricht man nicht mit einem Richter ! Aber so ist sie halt, wenn sie keine Süßis bekommt !

In diesem Zusammenhang möchte ich mich auch gleich bei Sonderleiteranwärterin Grit Zimmermann bedanken. Danke Grit, dass du so lieb warst, und mein altes Mädchen fürsorglich an der Hand genommen hast, sie über die Straße geführt hast, sie in die Eisdiele geschubst hast, und ihr die Worte vorgesprochen hast, die sie kaum zu sagen wagte :” Ich hätte gern ein Hunde-Eis ! Gratis !” So etwas ist ihr nämlich furchtbar peeeeinlich ! Und ich konnte ihr ja nicht beistehen, weil ich um die Ecke herum abgelegt worden bin.

Danke an Richter-Azubi Elke Eichinger . Danke Elke, dass du unseren Richter bei bester Laune gehalten hast, indem du ihm auf Schritt und Tritt gefolgt bist, ihm etwas Schatten gespendet hast, öfters mit ihm getuschelt hast und ihm immer recht gegeben hast. Das war lieb von dir, weil ein gutgelaunter Richter uns allen zugute kommt. Aber mal im Vertrauen - glaubst du wirklich, er hat nicht gemerkt, dass du scharf auf seinen Job bist ? Vielen Dank auch für dein ehrliches Mitfreuen über unser gutes Abschneiden ! Da haben wir uns gleich noch mehr gefreut !

Nicht zuletzt ein großer Dank an den Verleithund Caruso. Lieber Caruso - danke, dass du so ein Gemütshund bist und mich nicht dazu verleitet hast, mit dir spielen zu wollen. Das war nämlich gerade für uns eines der größten Risiken in dieser Prüfung !

Last - but not least - danke ich meinem Klappar Tiger, der immer für mich da ist und sich klaglos von mir zusammenkauen lässt, wenn ich mal aus Überforderung frustriert bin.

So liebes Publikum - das alte Mädchen musste gerade mal für kleine Flat-Besitzerinnen raus - sie kann mich also nicht hören. Schnell noch ein paar Worte hinter ihrem Rücken. Da hatte sie so eine Angst, dass ich mich heute blamiere. Und - habt ihr während meiner Rede gemerkt, WER sich heute blamiert hat ? Die immer mit ihrer Aufregung - furchtbar ! Aber sie hat versprochen, daran zu arbeiten. Sie wird vor der nächsten Prüfung die Bachblüten gegen Aufregung einnehmen, die ihr empfohlen wurden - sie hat sie dieses Mal vor lauter Aufregung ganz vergessen. Und sie will sich ihre Aufregung in Zukunft nicht mehr so anmerken lassen. Sie wird sich da ein Beispiel an einer Teilnehmerin nehmen, die vorher völlig entspannt wirkte, die aber am Start zum alten Mädchen sagte :” Bitte nicht ansprechen - ich dreh nämlich gleich durch !” 

Ihr braucht übrigens keine Angst zu haben, dass wir jetzt wegen unseres Erfolges abheben. Ich bin ja eh die Bescheidenheit in Person - und das alte Mädchen hat von diesem Tag wahrscheinlich nicht viel mitbekommen . Außerdem muss sie sich ja schon langsam auf die Angst vor der Dummy-Prüfung einstimmen !

So - ich bin am Ende meiner Rede angekommen. Ich stehe mittlerweile nur noch mit Freude, Stolz, Dankbarkeit, einer Urkunde, einem Hundeknochen und drei Beuteln Leckerchen vor euch, weil mir das alte Mädchen die fünf Tüten Gummibärchen und den Maoam Cola Stripe weggefressen hat. Aber ich verzeihe ihr, weil ich sicher bin, dass sie jetzt gleich ihre Bratwürste und Bratkartoffeln mit mir teilen wird. Nur noch ein letzter Satz :

Yes - we can !!!!!

                              

 

Und Finn - wie fandest du meine Traumrede? Du könntest nach deinem nächsten Erfolg auch so eine Rede träumen und sie dann aufschreiben. Du musst dabei nur eines beachten - keine falsche Bescheidenheit ! Und nicht vergessen :

Weeeeeeee are the Champignons !

WEEEEEEEE ARE THE CHAMPIGNONS !!!!

WEEEEEE ARE THE CHAMPIGNONS - MY FRIEND !!!

 

Deine Schwester Zoe

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Am Start ! Das alte Mädchen ohne Zuversicht - ich mit Zuversicht - und der Richter mit ........na nennen wirs mal Humor !

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Die Freifolge ! Man kann gut erkennen, wie ich aufpasse, dass sie mir auch wirklich nachläuft !

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                                           Sitz aus der Bewegung.

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                                       Platz aus der Bewegung .

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                     Geschafft ! Unsere VIPs nach der Prüfung.

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Unser Richter Peter Hilbert . Vom Welpen bis zum Senior - alle Hunde lieben ihn !

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Dieses Foto haben wir mal lieber nicht so nah herangezoomt , weil ihm beim Überraschungskuss des Welpen die Gesichtszüge etwas entglitten sind !

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Am Ende des Tages ließ Elke ihren Ares als Ausgleich über Hürden springen - er musste ja so furchtbar lange auf sie warten. Es darf diskutiert werden, wer hier den eleganteren Eindruck macht !

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Ach ja - schöne Grüße noch an die, die nicht an mich, oder an meinen Bruder Finn geglaubt haben !